Natur/Umwelt Reisen Welt

Uff, was für eine Woche!

Eine Woche voller Glücksmomente und einer großen Enttäuschung

Aufs und Abs wie eine Achterbahn und viele Alltagsabenteuer

Rocky Balboa ©Rebecca Hillauer

Die Stars meiner Woche (mit Ausnahme von Kater Rocky): ein überreifer Granatapfel, ein Fuchs am Morgen, ein Wildschwein am Abend, Nacktbaden und Forro-Tanzen. Ein neuer Laptop aus Deutschland – kaputt. Und die Rücksende-Odyssee mit DHL.

Keine Ahnung, ob der alte Ersatzlaptop die Fotos meiner Wochen-Highlights hochladen wird… Wir werden sehen. Oder eben nicht. Ich kenne meine Fotos natürlich – ihr jedoch nicht. Falls es gelingt, seht ihr eine Reihe Fotos von wunderbaren Naturereignissen.

Mein neues Wagnis:

Ich habe Videos gedreht. Werde mich an diesem Wochenende einfuchsen ins Schnittprogramm. Und hoffe inbrünstig, dass die alte Gurke von Laptop es irgendwie schafft, die Videos zu bearbeiten und hochzuladen.

Ich eröffne einen YouTube-Kanal mit den Erlebnissen in meinem Nomadenleben. Dafür muss ich die Video schneiden, zumindest aber überhaupt hochladen können. Für alle Fälle schreibe ich mir schon mal meinen Frust der Woche von der Seele, Leber, Galle usw..

Denkt euch einfach: Ihr seid 3000 Kilometer entfernt von Zuhause. Euer Laptop ist kaputt. Ihr arbeitet bereits seit zwei Wochen an einem zähen alten Ersatzgerät. Endlich: Zehn Tage nach der Bestellung trifft euer neuer Laptop aus Deutschland ein. Ihr packt ihn aus – und seid entzückt: ein silber glänzendes flaches, edles Gerät liegt vor euch. Nun einfach beim Fachmann im Computerladen eure Festplatte vom alten Laptop mit den zum Glück erhalten gebliebenen Daten und Programmen einbauen lassen – und wieder arbeiten wie zuvor! In diesem Moment setzt meine Geschichte ein.

Nach einer einstündigen Fahrt in die nahegelegene Stadt Lagos sehe ich meinen neuen Laptop hochfahren. Und ich sehe mich bereits meine Videos schneiden, endlich! Als das bunte Display plötzlich schwarz wird. Der neue Laptop ist tot. Ich könnte schreien. Nun muss ich ihn also zurücksenden, ohne Retourenlabel. Über DHL? Über CTT, die portugiesische Post? Warum nimmt das Online-Formular von DHL Portugal meinen Nachnamen und die Mailadresse des Empfängers nicht an? Die freundliche Verkäuferin im CTT-Laden will mir helfen, tut es auch, zu Teilen, und sehr, sehr langsam. Ich werde ungeduldig, will aber höflich sein und warte dankbar ab, bis sie nicht mehr weiter weiß und mir – nach einer Stunde? – mein Smartphone zurück über die Verkaufstheke reicht.

CTT ist teuer. Wo also ist die nächste DHL-Abgabestation? Bei der ersten Anschrift, einer Tankstelle im nächsten Ort, winkt eine rundliche Frau hinter dem Tresen resolut ab. Also zurück zur Postfiliale in Odeceixe. Mit CTT sei es nicht empfehlenswert, einen Laptop zu versenden, meint der junge Mitarbeiter, denn als Luftfracht seien Lithium-Batterien verboten. Der letzte Kunde hätte seine Sendung zurück bekommen, und das wolle ich doch sicher nicht. Sicher nicht.

DHL-Paket ©Rebecca Hillauer

Am nächsten Tag versuche ich es bei der zweiten Adresse, wieder eine halbe Stunde Autofahrt. Es ist Samstagvormittag. Auf der DHL-Webseite heißt es, der Laden sei bis 14 Uhr geöffnet. Doch als ich dort ankomme, etwas außerhalb eines Dorfes, stehe ich vor einer Glastüre, und die ist verschlossen. In der Bäckerei daneben weiß eine junge Verkäuferin, der Laden würde am Montagmorgen wieder öffnen. Das Paket mit dem Laptop sieht inzwischen etwas mitgenommen aus.

Mein „roter Blitz“ VW Polo und ich fahren wieder zu der ersten Adresse, der Tankstelle, von der mir der junge Mann im Postamt nochmals versichert hat, dass es die richtige Adresse und die richtige DHL-Station sei. Und tatsächlich: Dieses Mal nickt die freundliche Dame – eine andere als am Vortag -, als ich ihr mein Paket auf den Tresen lege. Sie zückt ihr Smartphone, um den Barcode zu scannen. Plötzlich stoppt sie in der Bewegung, ihren Arm noch halb in der Luft. „Funktioniert nicht“. Ich verstehe den unheilschwangeren Satz, ohne Portugiesisch zu sprechen. Als ich verzweifelt nachhake, das könne doch nicht wahr sein (!), zeigt sie mir das dunkle Display ihres Handys: „Broken“. Nicht das Handy. Die DHL-Software. Macht vermutlich Siesta, denke ich zynisch. Ich tue, was ich als Deutsche im Ausland nicht tun sollte: Ich mache meinem Ärger Luft. Und ich verstehe erneut Portugiesisch, als die Verkäufer mir – recht hat sie natürlich – zu verstehen gibt, dass das Versagen der Software nicht ihre Schuld, sondern das die der Firma ist. Von DHL. Ich entschuldige mich bei ihr, werfe mich und mein Paket wieder in meinen VW Polo und donnere mit mächtiger Geschwindigkeit – und ebensolchem Groll – zurück.

Als ich nach einer halben Stunde anlange in meinem Paradies in den Hügeln bei Kater Rocky Balboa, ist mein inneres „HB-Männchen“ (für diejenigen, die sich noch an diese alte Zigarettenwerbung erinnern) wieder auf dem Boden.

Mission nicht erfüllt für diesen Tag. Lass es uns Montag nochmals probieren.

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