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Zweite Runde mit Rocky Balboa

Ich bin für zwei Monate zurück in der Algarve, bei Kater Rocky Balboa und meinem alten VW Polo.

Ich bin wieder in Portugal – an demselben Ort, in Odeceixe.

Rocky Balboa ©Rebecca Hillauer

Mitte Mai hatte ich dieses kleine Paradies in der Algarve verlassen und komme nun für zwei volle Monate zurück. Ich Glückspilz! Kater Rocky Balboa erinnerte sich an mich und strich in der Küche um meine Füße, in der Hoffnung auf ein Leckerli.

Außer Kater Rocky empfing mich bei meiner Ankunft auch mein „roter Blitz“, der die Wartezeit unter einer schützenden Plane verbracht hatte. Mittlerweile, nach gut einer Woche Aufenthalt, hat der Tacho die „Schallmauer“ von 300.000 gefahrenen Kilometern durchbrochen.

Mein „roter Blitz“ ©privat

Die Landschaft ist jetzt im Sommer natürlich weniger grün und üppig als im Frühjahr. Verschwunden sind das Meer der weißen Zingstrosen und das am Wegesrand vereinzelt aufragende gelbe Dorngeißblatt. Der Ausblick auf Tal und Hügel – ob von unterwegs auf der staubigen Schotterpiste oder von der Terrasse aus – fasziniert mich allerdings nach wie vor. Wie wunderschön es hier doch ist!

Ich beginne meine Morgen auf der Terrasse, wo ich Gymnastikübungen mache. Während ich mich auf meinen Körper konzentriere, kann ich weit über das Tal blicken und alle meine Sorgen fliegen lassen. Zugleich kann mein Geist sich von der Weite und Stille inspirieren lassen. Gern sitze ich danach am Tisch, frühstücke oder arbeite.

Kater Rocky ist meistens in Sichtweite. Noch holt er sich seine Streichelheiten von mir etwas zaghaft, ich hoffe, das wird sich schnell geben.

Auf dem Monatsmarkt in dem Städtchen Sao Teotino kaufe ich ein Potpourri von Früchten aus der Region. Einige Tage später kann ich die erste Feige von einem Bäumchen im „eigenen“ Garten ernten – und aah, was für ein Genuss. Von nun an sind die Feigen auf dem Markt Schnee von gestern.

Zwei Feigenbäumchen im Garten beschenken mich fast täglich mit frischen Früchten, die einen grün, die anderen lilafarben. Beide muss ich pfücken, sobald sie reif sind. Nur so kann ich sie vor den rötlichen, schwarz-gepunkteten Käfern retten, die sich in Fressgier auf die Feigen stürzen. Ich google nach dem Namen der Käferart, finde aber nur den Roten Palmrüsselkäfer, der – gemäß seines Namens – Palmen aushöhlt, jedoch keine Feigenbäume befallen soll. Ich werde es noch herausfinden.

Ungestört reift derweil an einem anderen Bäumchen im Garten ein einzelner stolzer Granatapfel heran, der sich von Tag zu Tag mehr rötet.

Appetit bekommen?

Fortsetzung folgt.

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