24. April: Globaler Appell zur Abschaffung von Tierversuchen
In Tierversuchen sterben weltweit jährlich 100 bis 300 Millionen Tiere. Im US-Staat Minnesota versuchten Aktivisten nun, Hunde aus einem Zuchtbetrieb zu befreien.

„Gezüchtet, um besser zu sein … Aufgezogen, um die Besten zu sein:
Zweckgezüchtete Beagles für die biomedizinische Forschung.“ So die Selbstdarstellung von Rigdlan Farms Inc im US-Staat Wisconsin. Das Unternehmen etwa 50 Kilometer außerhalb von Madison, in Blue Mounds, ist staatlich als Hundezuchtbetrieb lizenziert und verkauft Tausende von Beagles an Labore – seit mehr als 60 Jahren. Auf der Webseite heißt es weiter: „Die biomedizinische Forschungsbranche vertraut darauf, dass wir qualitativ hochwertige und gesunde Tiere für wissenschaftliche und medizinische Forschung züchten.“ Von der Webseite blicken den Betrachter putzige junge Beaglewelpen entgegen.
Was mit den angepriesenen „hochwertigen und gesunden“ Tieren anschließend in den Versuchslabors geschieht, steht seit Jahrzehnten in stetig wachsender Kritik. Auf Facebook kursieren Posts mit den Namen der Labors, die Hunde von Ridglan kaufen. Tierrechtsaktivisten ließen ihren Worten nun Taten folgen. 300 bis 400 Mitglieder der „Koalition zur Rettung der Ridglan-Hunde“ versuchten am 18. April, in das Gelände des Zuchtbetriebs einzudringen, um die geschätzten 2.000 Beagle aus ihren Käfigen zu befreien.
Videos von Aktivisten auf sozialen Medien zeigen tumultartige Szenen, bei denen die von Ridglan Farms gerufenen Polizei unter anderem Tränengas einsetzte, wie eine Aktivistin auf Facebook schreibt. Der bekannte britische Comedian und Tierschützer Ricky Gervais solidarisierte sich öffentlich mit den Aktivisten.
Laut der Tageszeitung US Today stellte ein Sonderermittler im Jahr 2025 fest, dass Ridglan gegen tierärztliche Standards verstoßen hatte. Ehemalige Angestellte hatten ausgesagt, dass man an Hunden Augenoperationen ohne Vollnarkose durchgeführt hätte. Dieses Vorgehen wertete der Sonderermittler als Tierquälerei. Um einer Strafverfolgung zu entgehen, erklärte sich die Einrichtung bereit, ihre staatliche Zuchtlizenz bis zum 1. Juli 2025 zurückzugeben – und damit den Verkauf von Hunden an externe Forscher einzustellen. Sie darf aber weiterhin Hunden für eigene Forschungszwecke züchten.
Dies war bereits die zweite Aktion der Tierschützer in diesem Jahr. Am 15. März 2026 waren Aktivisten tatsächlich in die Betriebsstätte eingedrungen und hatten 30 Beagle befreit. Acht der Hunde wurden jedoch von der Polizei abgefangen. Trotz massiver öffentlicher Appelle wurden sie Berichten zufolge nach Ridglan Farms zurückgebracht. Diese Hunde sind nun als die #Ridglan8 bekannt. Ihre Geschichte verbreitete sich in sozialen Medien wie Lauffeuer.
Der am 24. April begangene Welttag zur Abschaffung von Tierversuchen ist seit 1993 etabliert. Das Datum wurde gewählt, weil es der Geburtstag von Lord Hugh Dowding ist, der sich im britischen Oberhaus für Tierschutz einsetzte.