Ein Strafvergleich könnte dem Täter Haftstrafe ersparen.
Vor zwei Jahren quälte und tötete Cody Roberts aus Wyoming eine junge Wölfin. Am 9. März sollte er sich wegen Tierquälerei vor Gericht verantworten. Er will sich nun schuldig bekennen, im Gegenzug für eine leichtere Strafe.

Der Fall löste vor zwei Jahren international Empörung aus: Der 42-järhige Cody Roberts aus Wyoming hatte im Februar 2024 eine junge Wölfin namens Theia mit einem Schneemobil angefahren und sie anschließend in die Green River Bar in der Ortschaft Daniel geschleift. Dort posierte er mit dem Tier, das mit einem Schock-Halsband angeleint und einem Maulkorb versehen war, vor den Bier trinkenden Barbesuchern, küsste es und filmte dessen Qualen, bevor er die Wölfin auf dem Parkplatz vor der Bar mit seinem Gewehr erschoss. Die Polizei veröffentlichte später ein Video von Augenzeugen von Theias letzten Lebensminuten.
Das Töten von Wölfen ist innerhalb der sogenannten Raubtierzone Wyomings zwar legal, der Besitz von Wildtieren aber verboten. Das Ministerium für Jagd und Fischerei des US-Staates ließ es deshalb zunächst bei einer Geldstrafe von 250 US-Dollar wegen Wildtierbesitzes bewenden. Ein Großes Geschworenengericht entschied im August 2025 jedoch, Roberts sei wegen Tierquälerei anzuklagen, nachdem der Bezirksstaatsanwalt von Sublette County argumentiert hatte, dass die Tierquälerei nicht unter die Ausnahmeregelungen für Raubtiere falle. Tierschützer reisten mit einem Autokonvoi quer durchs Land, um Spenden für eine Änderung der Raubtiergesetze in Wyoming zu sammeln. Viele forderten härtere Strafen. In sozialen Netzwerken trendeten die Hashtags #wyomingtorturestate (Wyoming, der Tierquäler-Staat) and #boycottWyoming (Boykottiert Wyoming).
Roberts plädierte zunächst auf unschuldig. Der erste Prozesstag gegen ihn wurde dementsprechend für den 9. März 2026 festgesetzt (ich berichtete). Ihm drohten eine Gefängnisstrafe bis zu zwei Jahren und eine Geldstrafe bis 5.000 Dollar. Kurz vor dem Gerichtstermin, am 26. Februar 2026, akzeptierte Roberts einen Strafvergleich, der ihm eine Haftstrafe ersparen würde. Danach bekennt er sich der Tierquälerei schuldig und bekommt dafür eine Bewährungsstrafe von 18 Monaten, zudem muss er eine Geldstrafe von 1.000 Dollar bezahlen und ist für die Dauer der Bewährung von jeglicher Jagd, Fischerei, Alkoholkonsum und Betreten von Bars ausgeschlossen.


Cody Roberts Familie, insbesondere seine Tante Jeanne Ivie-Roberts, verteidigte ihn öffentlich und betonte, dass nur Menschen aus ländlichen Gebieten die Bedrohung durch Wölfe für Viehbestände verstünden. Tierschützer halten dagegen, dass dies keine Rechtfertigung sei für Roberts stundenlange Quälerei der Wölfin Theia, die Tierschützer später in Hope umbenannten. Die Vereinbarung zur Strafmilderung muss noch vom zuständigen Richter genehmigt werden.