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Welttag der Galgos – live

Am Welttag der Galgos erlebte ich einen Protestmarsch in Almeria mit.

Tierschutzprotest im Südosten Spaniens

Am Welttag der Galgos am 1. Februar demonstrierten nicht nur in Spanien Tausende von Tierrechtlern, sondern in ganz Europa sowie den USA, Kanada und Mexico. Ich erlebte einen Protestmarsch im Südspanien in der Küstenstadt Almeria mit.

Demonstrantin in Almeria ©Rebecca Hillauer

Um 12 geht es los, mit einer kleinen Ansprache, dann formieren sich die Teilnehmer zu einem Protestzug. Eine Frau hat sich ein Plakat auf den Rücken gebunden und hält ein anderes vor sich hoch: „Keine Tradition rechtfertigt Tierquälerei. BASTA. Punkt“ und „Wir kämpfen für euch weiter“. Auf etlichen Bannern steht „Nein zur Jagd“. Das Hauptthema der Demonstration, Einige Teilnehmer kommentieren differenziert: Sie seien nicht generell gegen die Jagd, weil Galgos von Natur aus jagen. Vielen Jäger würden die Hunde aber zum Beispiel hungern lassen, weil sie glaubten, dann würden sie besser jagen. „Das ist Quatsch“, sagt eine Demonstrantin. Ihr Galgo bekäme immer genug zu essen – und würde trotzdem jedem Hasen hinterher jagen.

Ich treffe Michaela, die in Berlin vierzig Jahre lang Schäferhunde geschult hat, und den Briten Nick, der in Spanien lebt und ein privates Schutzheim für Podencos führt. Podencos sind nicht nur „kleinere Galgos“, laut der von mir befragten KI sind sie „insgesamt vielseitige, selbstständige Jagdhunde“, die mit allen drei Sinnen jagen, während Galgos reine Sichtjäger sind, die auf schnelle Verfolgung ausgelegt sind. Nick sagt, er kümmere sich um Podencos, weil sie dort, wo er lebt, häufiger anzutreffen seien, und sich außerdem bereits etliche Organisation der Galgos annähmen. Im Moment hat er 33 Podencos bei sich „zuhause“.

Der Protestzug zieht die Strandpromenade entlang, in Abständen beginnt immer jemand anderes, laut „Nein zur Jagd“ zu skandieren, und die anderen fallen ein. Die Spaziergänger auf der Promenade schauen neugierig bis erstaunt. Jemand hätte ihr allerdings auch unmissverständlich sein Missfallen bekundet, erzählt Christina, die im Rollstuhl und mit ihrer Mini-Podenca gekommen ist. „Ihr könnt euch eure Hunde sonstwohin stecken!“, hätte der Mann zu ihr gesagt. Christina wischt seine Aggressivität mit einer Hand in die . Sie ist an diesem Tag das erste Mal bei der Protestaktion dabein und wird sicher im nächsten Jahr wieder kommen. Eine junge Frau mit schwarzem Nasenring, die auf dem Land lebt, hat erst vor kurzem von der Misshandlung der Jagdhunde erfahren. Dass sie dagegen in Almeria protestiert, hat sie ihren Eltern lieber nicht erzählt, sondern sie hat stattdessen vorgegeben, sie würde sich mit ihrem Freund treffen. Sie glaubt nicht, dass die Eltern für den Protest Verständnis hätten.

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