Reisen USA

Unterwegs: Drei US-Staaten und zwei Zeitzonen in 15 Minuten

Von Las Vegas nach St. George in Utah durchquert man drei US-Staaten und zwei Zeitzonen.

Von Las Vegas, Nevada, nach Utah – durch Arizona

Von Las Vegas fahre ich mit einem Minibus-Shuttle weiter nach St. George in Utah. Die Fahrt führt uns über die Virgin River Gorge, die als eine der reizvollsten Panoramastraßen in den USA gilt. Sie liegt weder in Nevada noch in Utah – sondern in Arizona.

Interstate 15 von Nevada nach Utah ©Rebecca Hillauer

Los geht es am Harry Reid International Airport in Las Vegas. Die Haltestelle des Bus-Shuttles ist direkt vor der Eingangstür zur Ankunftshalle des Terminal 1. Von dort fährt man nur eine kurze Rolltreppe ein Stockwerk tiefer und schon ist man draußen und fällt fast in den Minibus. Bequemer geht es nicht. Und kaum schneller. Zwei Stunden ist die offizielle Fahrzeit und kann sich verkürzen, wenn keine Passagiere an einem Zwischenstopp aussteigen wollen.

Inzwischen bin ich die Strecke viermal gefahren: dreimal mit dem Shuttle und einmal mit dem Auto. Bei meiner allerersten Fahrt mit dem Shuttle, als ich gerade in Las Vegas angekommen war, bot mir der Fahrer den freien Platz nehmen sich an, den man normalerweise für fünf Dollar hinzubuchen muss. Supernett, danke. So bekam ich während der Fahrt nicht nur Gelegenheit, viele Fotos zu machen, sondern auch allerlei Geschichten erzählt. Unter anderem die erstaunliche Offenbarung, dass wir auf unserer Fahrt durch drei US-Staaten fahren werden – und das in nur 15 Minuten! Ich staunte. Und zweifelte etwas. Ich bin mir bis heute noch nicht sicher, ob es tatsächlich nur 15 Minuten sind, aber mehr als 30 Minuten auf keinen Fall. Drei US-Staaten also in einer halben Stunde. Dazu noch zwei Zeitzonen, denn in Las Vegas, Nevada, schlägt die Pacific Standard Time (Pazifik-Normalzeit), in Arizona und Utah gilt dagegen die Mountain Standard Time. Das heißt, dass es dort eine Stunde später ist als in Nevada. Die zweistündige Shuttle-Fahrt dauert also laut Ortszeit, je nach Richtung, entweder drei Stunden – oder nur eine.

Las Vegas liegt hinter uns. Die flache Wüstenlandschaft wird nach und nach immer hügeliger. Langsam steigen in der Entfernung entlang der Interstate 15, der Autobahn, Bergketten auf, die allmählich der Straße immer näher rücken. Im zweiten Drittel des Wegs fahren wir durch den mächtigen Virgin River Gorge, eine Schlucht, die der Virgin River gegraben hat, den die Autobahn etliche Male kreuzt. Die Fahrbahn steigt und fällt und windet sich, um schließlich in den Virgin River Canyon zu münden. Der Fluss bahnt sich tief unter uns seinen Weg durch die Felsen. Die sind, wie im Feuertal nahe Las Vegas mal aus gräulichem, sandfarbenen oder rötlichem Gestein. Dieser Straßenabschnitt gilt als einer der ingenieurtechnisch anspruchsvollsten Autobahnabschnitte in den USA. Aufgrund des unwegsamen Geländes und der vielen Flussüberquerungen ist er ebenfalls eines der teuersten ländlichen Autobahnprojekte, die jemals gebaut wurden. Wem meine Fotos Lust auf mehr gemacht haben, kann eine Videofahrt auf der Panoramastraße hier miterleben.

Flussschlucht und Canyon liegen im nördlichsten Zipfel von Arizona. Kurz bevor wir die Schlucht erreichen, überqueren wir die Staatengrenze zwischen Nevada und Arizona. Und kurz nach dem Canyon werden wir von einem Schild begrüßt: „Welcome to Utah“. Als ich ein anderes Mal mit dem Auto fahre, übernimmt diese Funktion die freundliche Stimme der Assistentin meines GPS.

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